BUND Pressemitteilung: Niedrigwasserrekorde an der Elbe – Schifffahrt ade?

BUND Pressemitteilung: Niedrigwasserrekorde an der Elbe – Schifffahrt ade?

Elbe-Saale-Aktionsbündnis und   Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)

Pressemitteilung

Magdeburg / Barby, 4. August 2018

Abschlussveranstaltung im 26. Internationalen Elbe-Saale Camp

Niedrigwasserrekorde an der Elbe – Schifffahrt ade?

Termin für das nächste Jahr steht fest

Nach einer Woche wird das Elbe-Saale-Camp heute mit Lesung, Kabarett und Musik beschlossen. Die Campenden und Tagesgäste nutzten die zahlreichen Möglichkeiten, sich bei Exkursionen und Veranstaltungen unter dem Motto „Schöner leben mit der Elbe“ zu Kultur, Arbeiten und Leben in der Elberegion zu informieren. Höhepunkte waren das Schauimkern mit dem Camp-eigenen Bienenvolk und der Besuch beim Töpfer Detlef Leps in Kämeritz. Bei der Bootstour von Barby nach Glinde konnten die Teilnehmenden hautnah das Niedrigwasser der Elbe erleben.

„Wegen der Hitze wollte ich die Boote ab Barby schwimmend begleiten, aber ich konnte im Wasser nebenherlaufen. Ich war überrascht, wie vielfältig die Elbsohle in ihrem Relief ist. Es wechseln sich tiefe Bereiche mit ganz flachen Stellen ab“, erzählt Mario Peine, der das Camp vor 26 Jahren mit gegründet hat. Ich spürte allerdings auch die Schottersteine der Buhnen, die anscheinend immer weiter in den Fluss verlängert wurden und somit noch stärker den Fluss vertiefen. Gleichzeitig sehe ich, wie die Bäume mit der Trockenheit kämpfen, Pappeln sind braun, viele Eichen verkahlen. Das ist nicht nur eine Folge der derzeitigen Dürre, sondern vor allem eine Folge der steten Vertiefung des Flussbetts.“

Dieses Jahr wurden wieder neue Niedrigwasser-Rekorde aufgestellt. Erstmals seit über 60 Jahren fiel die Fahrrinnentiefe unter 50 cm. Wie schon in den letzten fünf Jahren steht die Frachtschifffahrt seit Monaten still. Die Elbe müsste komplett kanalisiert werden, wenn auf ihr ganzjährig Güter transportieren werden sollen.

„Ist es wert, für eine kaum genutzte Wasserstraße die weitere Austrockung der Auen und damit ihren Bestand zu riskieren?“ fragt Mit-Organisatorin Rosemarie Benndorf nach dieser Woche. „Die Extrem-Dürre sowie die Starkniederschläge, die unweit des Camps Keller unter Wasser gesetzt haben, sind besorgniserregende Anzeichen der Klimaerwärmung. Die natürliche Fähigkeit der Flusslandschaft das Wasser zu speichern, muss gestärkt werden, das ist die zentrale Herausforderung.“

Das Leben unter freiem Himmel bestimmt das Leben im Camp. Bei der Gluthitze bewegen sich alle etwas langsamer, beim Regen wurde improvisiert und Veranstaltungen in den Schutz der Zelte verlegt. Abends wurde noch intensiv diskutiert. In der nächtlichen Stille riefen nur noch die Flussregenpfeifer. Das Leben an der Elbe ist schön! Besucherinnen und Besucher des Camps sind begeistert.

Zur Zukunft der Elbe war man sich einig: Auf das Camp kann nicht verzichtet werden. In Zukunft wollen die Initiatoren ihr Augenmerk darauf richten, ob auch die ökologischen Ziele des Gesamtkonzept Elbe umgesetzt werden. Bislang war davon noch nicht viel zu merken. So steht der Termin für das kommende Jahr fest. Am 28. Juli 2019 wird das 27. Elbe-Saale-Camp für eine Woche eröffnet.

Hintergrund:

Das Camp wird vom Elbe-Saale-Aktionsbündnis in Kooperation mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) von ehrenamtlichen Flussschützern organisiert und durchgeführt. Weitere Informationen gibt es unter info@elbe-saale-camp.de und unter www.elbe-saale-camp.de oder auf dem Camp-blog http://elbe-saale.blogspot.com/.

Rückfragen:
Dr. Thoralf Winkler, Elbe-Saale-Aktionsbündnis, mobil 0174/8010900
Iris Brunar, Beisitzerin im Landesvorstand des BUND Sachsen-Anhalt e.V., mobil: 0178-163 0204


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