BUND Aktionsbündnis Elbe-Saale Pressemitteilung: Die Elbe ist ein flacher Fluss!

BUND Aktionsbündnis Elbe-Saale Pressemitteilung: Die Elbe ist ein flacher Fluss!

Aktionsbündnis Elbe-Saale – Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)

Pressemitteilung

Barby/Magdeburg, 4. August 2019

0,9 Meter tiefe Fahrrinne? Das war einmal. Im zweiten Jahr in Folge führt die Elbe Fahrrinnentiefen um 50 cm und darunter. Inzwischen werden die aktuellen Fahrtiefen der Elbe zwischen tschechischer Grenze und Magdeburg gar nicht mehr bekannt gegeben – die Güterschifffahrt ist seit Mai eingestellt oder stark beeinträchtigt.

Die Teilnehmer des Elbe-Saale-Camps und die BUNDjugend protestieren gegen eine weitere Vertiefung der Elbe, die der Güterschifffahrt aufgrund des Wassermangels nichts bringen würde. Stattdessen müsse die bedeutende Flusslandschaft der Elbe gesichert werden – die Fortsetzung der bisherigen Politik würde die dramatische Situation weiter verschlimmern.

Elbe-Saale-Camp:

Die Elbe ist ein flacher Fluss!

Wasserstraße in Zeiten der Dürre ist wie ein Auto ohne Räder

Eine Woche lang haben ca. 180 Menschen am Elbe-Saale-Camp teilgenommen. Neben der Diskussion um Themen wie Nachhaltigkeit, stand die Elbe im Mittelpunkt. Die Aktivisten hinterfragen das Ziel, die Elbe weiterhin für die Güterschifffahrt zu vertiefen, um die Schiffbarkeit zu verbessern und aus der Elbe eine ganzjährig befahrbare Wasserstraße zu machen. In Zeiten des Wassermangels ein sinnloses Unterfangen, das auf Kosten der Auen und Landschaften geht, die immer weiter austrocknen.

„So flach war die Elbe in all den Jahren noch nie“, stellt Hartmut Engmann fest, einer der Organisatoren des Camps. Während der vergangenen Woche erreichte der Elbe-Pegel in Magdeburg wieder einen neuen Niedrigrekord – drei Wochen früher als im letzten Jahr. Die Auswirkungen der Dürre auf die Flusslandschaft sind fatal. Die Aue ist trocken und gelb – es wirkt schon fast wie der Normalzustand. Halb oder ganz abgestorbene Bäume begleiten den Fluss.

„Wenn wir die lebendige und einzigartige Elbe-Aue erhalten oder wieder herstellen wollen, müssen wir die Prioritäten im Umgang mit der Flusslandschaft ändern“, fordert Jutta Röseler, Sprecherin des Aktionsbündnisses Elbe-Saale. „Die künstliche Vertiefung der Elbe durch die Sohlerosion entzieht der Aue Wasser, das diese in Zeiten der Dürre so dringend benötigt. Allmählich drängt die Zeit, die Schäden in der Landschaft sind immens.“

Die Eintiefung der Elbe müsse schnellstens gestoppt und die Sohle müsse wieder nach oben gebracht werden, damit der Fluss die Aue erreiche und diese mit Wasser versorgen könne. In den letzten Jahren habe sich die Situation in der Flusslandschaft entlang der Elbe durch den andauernden Wassermangel dramatisch verschlechtert.

Insgesamt wertet das Organisationsteam die Woche als Erfolg. Insbesondere die BUNDjugend bereicherte das Camp. Über 70 Menschen – einschließlich vieler Kinder – haben teilgenommen, die meisten während der gesamten Woche oder mehrere Tage. Zu dieser Zahl kommen noch über 100 Tagesgäste hinzu.

Auch kommendes Jahr wird es wieder ein Camp geben. „Wir werden weiter Druck machen und uns für eine zukunftsfähigen Umgang mit der Elbe einsetzen“, so Röseler.

Pressekontakt:

Jutta Röseler, Sprecherin Aktionsbündnis Elbe-Saale, mobil: 0175-129 0030

Dr. Thoralf Winkler, Sprecher Aktionsbündnis Elbe-Saale, mobil: 0174-801 0900

E-Mail: info@elbe-saale-camp.de

Über das Elbe-Saale-Camp

Das Elbe-Saale-Camp findet auf dem Wasserwander-Rastplatz am Elbe-Kilometer 292 nahe der Barbyer Fähre und der Saalemündung statt. Es wird rein ehrenamtlich organisiert. Neben viel Platz auf der grünen Wiese zum Zelten gibt es zwei große Festzelte mit Sitzbänken, Zugang zu Trinkwasser und Strom, mobile Toiletten auf dem Gelände sowie moderne Duschen und Toiletten im 200 Meter entfernten Kanu-Club. Besucher können im Küchenzelt mit der Gruppe gemeinsam Mahlzeiten zubereiten oder sich individuell versorgen. Einkaufsmöglichkeiten gibt es im etwa einen Kilometer entfernten Barby. Ein Getränkewagen steht die ganze Woche zur Verfügung.

Beitragsfoto: Iris Brunar

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