Schiffshavarie bei Pirna belegt: Staustufe Děčín hilft der Schifffahrt nicht

Schiffshavarie bei Pirna belegt: Staustufe Děčín hilft der Schifffahrt nicht

01.06.2012 | Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland – Elbeprojekt des BUND

Umweltverband fordert, dass Tschechien die Staustufenpläne nach erneuter Zurückweisung fallen lässt.

Seit zwei Wochen herrscht Niedrigwasser an der Elbe mit Fahrtiefen um einen Meter. Ein Transport von Massen- oder Schüttgütern, die den größten Anteil der Güterschifffahrt auf der Elbe ausmachen, ist nicht mehr möglich. Die aktuelle Schiffshavarie bei Pirna unterstreicht die kritische Situation für die Frachtschifffahrt auf der Elbe. Das offizielle Ziel der Bundesregierung eine Fahrrinnentiefe von 1,60 bzw. 1,50 Meter herzustellen, erweist sich als Utopie.

„Mit dem Bau der Staustufe Děčín ist den tschechischen Schiffern nicht geholfen. Wenn es in Tschechien Niedrigwasser gibt, dann gilt das auch für die deutsche Elbe“, so Iris Brunar vom BUND-Elbeprojekt. Bis zur Mündung der Saale in die Elbe – fast 300 Kilometer von der tschechischen Grenze entfernt – entspringen ca. zwei Drittel des Elbewassers auf tschechischem Gebiet. „Die Elbe ist weder hüben noch drüben eine zuverlässige und planbare Wasserstraße. Dass die Minimaltiefe von 1,60 Metern im Schnitt an 4 Monaten an der deutschen Elbe nicht erreicht werden, wurde bei den Staustufenplanungen komplett ausgeblendet.“

In einer ausführlichen Stellungnahme hat der BUND Tschechiens Planungen kritisiert. Zum einen sei für das Vorhaben kein Bedarf nachgewiesen worden, daher sei die Staustufenplanung Děčín ein Verstoß gegen europäisches Umweltrecht. Auch sei das konzipierte Fischschutzsystem untauglich. Durch das Vorhaben würden daher die Natura 2000-Gebiete entlang der Elbe in Sachsen und Sachsen- Anhalt erheblich und nachhaltig geschädigt. Der BUND begrüßt die Zurückweisung der Planungen durch das tschechische Umweltministerium.

Der BUND befürchtet, dass der ca. 220 Millionen Euro teure Bau der Staustufe Děčín sich zu einer gigantischen Fehlinvestition entwickle, die der EU-Bürger bezahlen müsse. Zudem würde sich der Ausbaudruck auf die deutsche Elbe enorm erhöhen. Der letzte noch relativ naturnahe Strom stünde zur Disposition. Der Bau der Staustufe solle nun endgültig aufgegeben werden.

Rückfragen:
Iris Brunar, Elbekoordinatorin des BUND, Tel.: 0340-850 7978 oder 0178-163 0204


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