PRO ELBE analysiert Jahresberichte der Häfen: Dessau profitiert nicht von der Elbe als Wasserstraße

PRO ELBE analysiert Jahresberichte der Häfen: Dessau profitiert nicht von der Elbe als Wasserstraße

10. Februar 2012 | BÜRGERINITIATIVE PRO ELBE ANHALT

Der Schiffsumschlag des Dessau-Roßlauer Hafen ist 2011 massiv eingebrochen. Die Forderung der IHK Dessau nach weiteren Investitionen in die Wasserstraßen helfen der Region nicht.

Der Dessau-Roßlauer Hafen schneidet schlecht ab in der Jahrespressemitteilung des Hafenverbundes Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH (SBO), die diese Woche präsentiert wurde (siehe Grafik). Der Umschlag vom und auf das Schiff ist in Roßlau um mehr als 40 Prozent innerhalb eines Jahres geschrumpft. Das entspricht fast 100 000 Tonnen. Trotz Hilfen der EU für eine Binnenschiffslinie und anderer Fördermittel, die in die Häfen flossen, konnte der Schiffsverkehr auf der Elbe nicht nachhaltig gesteigert werden.

In den letzten 20 Jahren wurden nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums 3,7 Milliarden Euro in ostdeutsche Wasserstraßen und Häfen investiert, ohne dass der Schiffsverkehr zugenommen hat. Auf der Elbe hat der Verkehr sogar rapide abgenommen.
In einer Resolution fordert die IHK Halle-Dessau die Bundesregierung auf, weiter in die ostdeutschen Wasserstraßen zu investieren und auszubauen. Für Dessau wäre dies kontraproduktiv. Denn die durch die Einengung der Elbe ausgelöste Eintiefung des Flusses gräbt dem UNESCO Welterbe Dessau-Wörlitzer Gartenreich und dem Biosphärenseservat Mittelelbe buchstäblich das Wasser ab. Die angestrebte Schiffbarkeit hingegen wurde trotz umfangreicher Baumaßnahmen nicht erreicht. Im Schnitt hat die Elbe 4-5 Monate im Jahr nicht einmal die Mindesttiefe von 1,60 Meter. Der Grund sind nicht fehlende Baumaßnahmen. Der Elbe fehlt vielmehr die nötige Wassermenge. Es ist deshalb absurd, das Schiffbarkeitsziel weiterzuverfolgen.

Nicht nur Niedrigwasser, auch Hochwasser und – wie zur Zeit – Eisgang verhindern zuverlässige und planbare Transporte auf der Elbe. Die Zahlen bestätigen: Dieser noch relativ naturnahe Fluss eignet sich daher nicht als zuverlässige „Hinterlandanbindung“ für den Hamburger Hafen wie die IHK es will. Das Opfer das Dessau-Roßlau für eine funktionierende Wasserstraße Elbe erbringen müsste, wäre zu groß. Um verlässliche Wassertiefen zu erreichen müsste der Fluss ausgebaut werden. Doch damit wäre die einzigartige Natur- und Kulturlandschaft Dessaus, die zum wirtschaftlichen Zugpferd geworden ist, zerstört.

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