Neues Werte-Bewusstsein für Flüsse

Neues Werte-Bewusstsein für Flüsse

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) – Elbeprojekt

BUND zum Internationalen Aktionstag für die Flüsse am Mittwoch, den 14. März 2012

„Flüsse haben einen universellen Wert und bedürfen deshalb eines umfassenden Schutzes“ erklärt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zum Internationalen Aktionstag für die Flüsse am kommenden Mittwoch, den 14. März. Der Verband fordert das endgültige Aus für Elbe-Saale-Kanal und tschechische Staustufenplanungen.

„In den letzten Jahrzehnten hat sich ein Wertewandel im Umgang mit Flüssen abgezeichnet“, erläutert Ernst Paul Dörfler vom BUND-Elbeprojekt. „Es ist ein Teil des öffentlichen Bewusstseins geworden, dass man Flüsse weder verschmutzen noch verbauen darf.“ Die Europäische Union befördere mit ihren Richtlinien diese Entwicklung zu sauberen und intakten Fließgewässern, indem sie verlangt, bis 2015 einen guten ökologischen Zustand herzustellen. Dies bedeutet, dass in den Flüssen nicht nur sauberes Wasser fließt, sondern auch die Ufer und Auen weitgehend naturnah erhalten oder wiederhergestellt werden müssen. Diesem Ziel stehen allerdings immer noch Absichten entgegen, Flüsse zu Wasserstraßen zu verbauen. Man könne aber nicht alles gleichzeitig haben: Ganzjährig befahrbare und ausgebaute Wasserstraßen und lebendige, artenreiche Flüsse seien nicht miteinander vereinbar.

„Die Elbe ist seit über 20 Jahren ein Spiegelbild dieses neuen Werte-Bewusstseins“, so Iris Brunar, Elbe-Koordinatorin des BUND. „Diese Flusslandschaft ist in ihrer Lebendigkeit und Vielfalt an Arten und Lebensräumen einmalig und unverwechselbar. Immer mehr Menschen erkennen den Wert dieses Flusses für ihr eigenes Wohlbefinden und engagieren sich in Umweltverbänden und Initiativen für die Bewahrung dieser Flusslandschaft.“ Wenn der kanalartige Ausbau der Flüsse auch noch volkswirtschaftlich höchst fragwürdig ist und die Kosten den Nutzen übersteigen, dann ist es für die Menschen immer weniger nachvollziehbar, einen Elbe-Saale-Kanal zu bauen oder an der deutsch-tschechischen Grenze den Fluss durch den Bau einer Staustufe aufzustauen.

Gerade die Elbe habe als nationales und internationales Natur- und Kulturerbe ganz andere Potentiale als die eines Verkehrsträgers. So werden künftig neue Schwerpunkte, wie Ökologie, angepasster Flusstourismus und ökologischer Hochwasserschutz in den Vordergrund treten. Dazu bedarf es jedoch noch erheblicher politischer Anstrengungen.

Rückfragen:
Ernst Paul Dörfler: 0178-16 17 800
Iris Brunar: 0340-850 7978 oder 0178-16 30 204

Weitere Informationen siehe:
www.internationalrivers.org/en/day-of-action


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