Neues Gutachten zum Elbe-Saale-Kanal vernichtend – BUND fordert Sachsen-Anhalts Regierung auf, das Trauerspiel zu beenden

Neues Gutachten zum Elbe-Saale-Kanal vernichtend – BUND fordert Sachsen-Anhalts Regierung auf, das Trauerspiel zu beenden

BUND-Pressemitteilung 29.8.2012

„Das neue Gutachten des Bundesverkehrsministeriums, das in den nächsten Tagen im Detail vorgestellt werden soll, fällt für den geplanten Elbe-Saale-Kanal vernichtend aus“, erklärt Ernst Paul Dörfler vom BUND-Elbeprojekt.

„Wenn nach den vorgelegten Berechnungen bei einer Investitionssumme von mindestens 100 Millionen Euro in den Kanalbau nach 80 Jahren Nutzungsdauer bestenfalls 58 Millionen Euro und im ungünstigen Fall nur 24 Millionen Euro zurückfließen, dann wäre das Kanalprojekt nicht nur ein Paradebeispiel für eine gigantische Vernichtung von Steurgeldern, sondern auch eine Schande für das Land Sachsen-Anhalt.“

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat von Anbeginn der Kanalplanungen nicht nur auf die zu erwartenden ökologischen Risiken, sondern auch auf die fehlende wirtschaftliche Nutzbarkeit des Kanals verwiesen. Eine ganze Serie von Studien hat vor Jahren den ökonomischen Unsinn dieser Kanalplanung belegt und auch der Bund der Steuerzahler setzte den Kanal auf die Schwarze Liste. Schon vor zehn Jahren sei erkennbar gewesen, dass nicht nur die Saale, sondern ebenso die Elbe einen verlässlichen und rentablen Massenguttransport mangels Wasser nicht gewährleisten kann. So sei es gut nachvollziehbar, dass die Unternehmen aus Bernburg entweder die Bahn oder den Hafen Magdeburg bevorzugen und Elbe und Saale als Transportweg meiden. Durch den Direktanschluss des Magdeburger Hafens an den ganzjährig 4 m tiefen Mittellandkanal kann die Ladung mit 2000 Tonnen-Schiffen rentabel und planmäßig abgefahren werden.

Auf der Elbe mit ihren langanhaltenden Niedrigwasserphasen ist die meiste Zeit des Jahres nicht einmal die Hälfte dieser Ladungsmenge realistisch. Derzeit ist der Massenguttransport mangels Wassertiefe völlig eingestellt. Die Elbe zeigt sich jetzt vor allem als ein wunderschöner Fluss mit breiten Sandstränden und wenig Wasser.

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Die Elbe in der Nähe der Saalemündung bei Niedrigwasser. Foto: E.-P. Dörfler

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland fordert die Landesregierung von Sachsen-Anhalt auf, das unrühmliche und peinliche Trauerspiel um den Elbe-Saale-Kanal endlich zu beenden und die Realitäten anzuerkennen. Dringend nötig sei auch eine parlamentarische Aufklärung, weshalb an derart absurden Betonprojekten so lange festgehalten werde und dadurch Millionen Euro allein für sinnlose Planungen verloren gehen. Es sei höchste Zeit, neue und zukunftstaugliche Konzepte für unsere Flüsse zu entwickeln, statt den Träumen des letzten Jahrhunderts nachzuhängen, so der BUND.

Rückfragen:
Dr. Ernst Paul Dörfler
BUND-Elbeprojekt
0178 1617800
www.elbeinsel.de


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