BUND zum Elbe-Saale-Kanal: Kein Drittes Gutachten auf Steuerzahlerkosten!

BUND zum Elbe-Saale-Kanal: Kein Drittes Gutachten auf Steuerzahlerkosten!

BUND-Pressemitteilung Magdeburg, 16.8.2012

„Das vom Land Sachsen-Anhalt angestrebte dritte Gutachten zum Bau des Elbe-Saale-Kanals wäre ein Stück aus dem Tollhaus“, erklärt Ernst Paul Dörfler vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zur Absicht des Landesverkehrsministers Thomas Webel.

„Schon vor zehn Jahren hat der BUND anhand der amtlichen Daten zur Befahrbarkeit von Elbe und Saale nachgewiesen, dass von einem Kanalneubau zwischen Calbe (Saale) und Barby (Elbe) kaum neue Impulse für die Frachtschifffahrt erwartet werden können. Das Problem liegt keineswegs nur bei der Saale, wie immer wieder suggeriert, sondern ebenso bei der Elbe und ihren lang anhaltenden Niedrigwasserperioden. Um schwere Massengüter, wie Zement, Soda, Salz und Kies rentabel auf dem Wasser zu transportieren, braucht es nach Archimedes eine gesicherte Mindestwassertiefe von mindestens 2,5 Metern. Diese Tiefe hat aber die Elbe die meiste Zeit des Jahres – im langfristigen Mittel acht Monate im Jahr – nicht zu bieten. Da nützen zehn Kilometer neuer Kanal mit vier Metern Tiefe rein gar nichts, wenn die anschließende Elbe über viele Monate zu wenig Wasser führt. Genau deshalb finden auf der Elbe auch keine Kiestransporte statt, obwohl in den Elbauen viel Kies gefördert wird.“

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Falsche Zahlen?

Wenn die vorliegenden Transportprognosen vom Bundesverkehrsministerium und vom Land Sachsen-Anhalt sich um eine Zehnerpotenz unterscheiden, dann müsse nach der Art der Daten-Erhebung gefragt werden, statt eine neue Studie in Auftrag zu geben, so der BUND. Während das Bundesverkehrsministerium die realen Befahrbarkeit von Elbe und Saale zugrunde legt, geht das Land Sachsen-Anhalt von Befragungen aus, von einem Wunschzettel der Unternehmen gewissermaßen. Die Unternehmen erwarten, dass sie Verkehrswege zuverlässig nach Fahrplan nutzen können. Diese geforderte Verlässlichkeit im Elbe-Saale-Verkehr kann aber der geplante Kanal nicht herstellen.

„Herr Webel sollte wissen, dass bei gähnend leeren Kassen die Zeiten endgültig vorbei sind, weitere Investruinen in die Landschaft zu setzen“, so Dörfler.

Rückfragen: Dr. Ernst Paul Dörfler, BUND-Elbeprojekt | 0178 1617800 | www.elbeinsel.de


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