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Autor: MK

wdr Planet Wissen – Eine Stunde Elbe von ihren schönsten Seiten und mit ihren ungelösten Konflikten

wdr Planet Wissen – Eine Stunde Elbe von ihren schönsten Seiten und mit ihren ungelösten Konflikten

2016-05-18

wdr Planet Wissen – Eine Stunde Elbe von ihren schönsten Seiten und mit ihren ungelösten Konflikten:

http://www.wdr.de/programmvorschau/wdrfernsehen/sendung/2016-05-11/4796391/planet-wissen-die-elbe-wilder-fluss-im-herzen-europas.html

Dialog im rbb-Info-Radio mit Harald Asel über den neuen Reiseführer „Die Elbe“ von Decin bis Geesthacht

Dialog im rbb-Info-Radio mit Harald Asel über den neuen Reiseführer „Die Elbe“ von Decin bis Geesthacht

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Die Wahrheit über den geplanten Elbe-Saale-Kanal

Die Wahrheit über den geplanten Elbe-Saale-Kanal

2016-05-11 | Die Wahrheit über den geplanten Elbe-Saale-Kanal

Der geplante Elbe-Saale-Kanal wurde erneut in den Bundesverkehrswegeplan (Entwurf) aufgenommen. Nicht nur der Landesverkehrsminister, auch der Landrat vom Salzlandkreis verlangen den Kanalbau. Wie aber neueste Ergebnisse belegen, wäre dieser Kanalbau ein beispielloses Fiasko.

Das Nutzen-Kosten-Verhältnis des 150 Mio. Euro teuren Großprojektes beträgt 0,2.

Danach fließen auf jeden investierten Euro Steuergeld nach 80 Jahren Nutzungsdauer lediglich 20 Cent zurück – eine hocheffektive  Geldvernichtung.

Doch auch die Natur schneidet schlecht ab.

Aus dem Umweltbericht zum Verkehrswegeplan

https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/VerkehrUndMobilitaet/BVWP/bvwp-2030-umweltbericht.pdf?__blob=publicationFile

geht hervor, dass der Kanal auch einen negativen Umweltnutzen in Höhe von -7,7 Mio. EUR hat. Der Kanalbau würde also zusätzlich Umweltkosten erzeugen. Damit ist das Kanalprojekt das aus Umweltsicht schlechteste Vorhaben im Wasserstraßenbereich.

Auch konnten im Falle eines Kanalbaus keine Verkehrsverlagerungen festgestellt werden. Mit anderen Worten: Es wird ein Kanal geplant, um angeblich den Verkehr aufs Schiff zu verlagern – es würde aber keine Verlagerung stattfinden, auch weil es der anschließenden Elbe immer häufiger an der nötigen Wassermenge fehlt.

Das Bundesverkehrsministerium BMVI kommt somit im Bundesverkehrswegeplan 2030 zu grundsätzlich anderen Ergebnissen als das Verkehrsministerium des Landes Sachsen-Anhalt.

Bild: Elbe Höhe Saalemündung. Der geplante Kanal soll laut Planung hier in die Elbe münden.

Elbe-Höhe-Saalemündung Foto: Ernst Paul Dörfler
Elbe in Höhe der Saalemündung
Foto: Ernst Paul Dörfler
Nachtigallenkonzert vor dem Berliner Reichstag

Nachtigallenkonzert vor dem Berliner Reichstag

2016-04-28

Gestern abend: Nachtigallenkonzert vor dem Berliner Reichstag u.a. mit Renate Künast und Steffi Lemke (als Zuhörerinnen, nicht als Sängerinnen)
 
Bei nur fünf Grad war es höchst fraglich, ob sich die (wärmeliebenden!) Berliner Nachtigallen zu einem öffentlich angekündigten Konzert im Tiergarten aufraffen würden. Nach einer Zeit bangen Wartens legten sie aber um 20.30 Uhr mit ihren Liedvorträgen los. Erklärt wurde nebenbei das Wahlverhalten der Vögel, denn auch sie kennen die Kandidatenaufstellung und den Wahlkampf, allerdings in Form eines Sängerwettstreites. Wahlberechtigt sind ausschließlich die Weibchen. Und das ist auch gut so, denn sie sind die Wählerischen!
Foto Franz Mönke
Foto Franz Mönke

Mehr Nachtigallenkonzerte findet Ihr unter Termine.

Elbe-Tourismus stellt Güterschifffahrt wirtschaftlich in den Schatten

Elbe-Tourismus stellt Güterschifffahrt wirtschaftlich in den Schatten

Pressemitteilung | 19.04.2016

Elbe-Tourismus stellt Güterschifffahrt wirtschaftlich in den Schatten – Umsatzvolumen um Größenordnungen höher!

Die Fernrad-Touristen auf dem Elberadweg haben 2015 allein in Sachsen-Anhalt (300 Elbkilometer) für ein Umsatzvolumen von 127,5 Millionen Euro gesorgt. Diese Zahl hat der Magdeburger Tourismusverband Elbe-Börde-Heide genannt (Mitteldeutsche Zeitung, 9.3. 2016, „Elberadweg bringt Millionen“). Die durchschnittlichen Ausgaben der Fernradler betrugen pro Tag und Person 73 Euro. Insgesamt 210 Beherbergungsbetriebe und elf Gaststätten in Sachsen-Anhalt besaßen 2015 das Qualitätssiegel „Radfreundlich am Elberadweg“.
Das meiste Lob der Radler entlang des Elberadweges gab es für die ursprüngliche Natur, die schöne Landschaft und die gut ausgebauten Radwege. Die Wiederkehrbereitschaft liegt mit 83 Prozent auf dauerhaft hohem Niveau. Mehr als 91 Prozent der Befragten wollen den Elberadweg im Bekanntenkreis weiter empfehlen.

Für eine wirtschaftliche Gesamtbetrachtung des Elberadweges entlang der Mittel- und Oberelbe kämen noch die Einnahmen in den Bundesländern Sachsen, Brandenburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern hinzu. Dieser Wert dürfte über 250 Mio. Euro pro Jahr liegen.
Zum Vergleich: Der Umsatz der sechs Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe GmbH (SBO) betrug im Jahre 2015 ganze 18 Millionen Euro (SZ online 03.02.2016). Neben diesen sechs Häfen der SBO kämen entlang der Mittel- und Oberelbe nur noch die Häfen Aken (Umsatz 3-4 Mio.€/a und Wittenberge (Umsatz 2 Mio. €/a) hinzu. Der Hafen Magdeburg wird ganz überwiegend über den Mittellandkanal und nicht über die Elbe angefahren.

In einer vergleichenden Betrachtung kommt man zu dem Ergebnis, dass das wirtschaftliche Gewicht des Elbetourismus das der Elbehäfen um rund das Zehnfache übertrifft. Berücksichtigt man weiterhin, dass nur 10% der Güter in den Elbehäfen über das Schiff, aber 90% über Schiene und Straße bewegt werden (Daten der Sächsischen Binnenhäfen), kommt man zu dem Schluss, dass – wirtschaftlich gesehen – die Elbe als Wasserstraße von der Elbe als Tourismusziel um den Faktor 100 übertroffen wird. Um so wichtiger ist es, die Elbe als Natur- und Kulturlandschaft zu bewahren und weiter zu entwickeln – schon aus rein wirtschaftlichen Gründen!

Rückfragen unter: 0178 1617800
Beitragsfoto: Ernst Paul Dörfler
www.elbeinsel.de

250 Millionen Euro-Fehlinvestition absehbar: Über 80 Engstellen der Elbe werden verschwiegen

250 Millionen Euro-Fehlinvestition absehbar: Über 80 Engstellen der Elbe werden verschwiegen

Pressemitteilung | Dessau, 22. Januar 2015

Bundesregierung lässt Tschechien über Fahrbedingungen der deutschen Elbe im Unklaren

250 Millionen Euro-Fehlinvestition absehbar: Über 80 Engstellen der Elbe werden verschwiegen

Seit Mitte der 1990er Jahre wird in Tschechien der Bau von weiteren Elbe-Staustufen u.a. zwischen Děčín und Ústí nad Labem geplant. Aktuell ist eine Variante bei Děčín – nur acht Kilometer von der deutsch-tschechischen Grenze entfernt – in der konkreten Vorbereitung. Bei den offiziellen Planungen geht Tschechien von einer Zusage der Bundesregierung für eine ganzjährige Schiffbarkeit der deutschen Elbe aus.

Von Radio Prag und dem Deutschlandfunk kam soeben die Meldung, dass in wenigen Wochen das Verfahren wieder aufgenommen und die überarbeiteten Planungsunterlagen zum Staustufen-Projekt bei Děčín der Öffentlichkeit vorgelegt werden würden. Durch das Großprojekt will Tschechien Anschluss an die Nordseehäfen per Binnenschiff ganzjährig herstellen.

„Tschechien plant die Staustufe auf Basis einer veralteten Zusage der Bundesregierung zur Befahrbarkeit der Elbe. Neue offizielle Darstellungen besagen jedoch, dass über 80 Schwachstellen Engstellen die freie Fahrt auf der Elbe einschränken“, so Iris Brunar vom BUND-Elbeprojekt. „Vor allem aber werden die lang andauern¬den Niedrigwasserzeiten der deutschen Elbe der letzten 25 Jahren werden vollkommen ignoriert. Diese lassen eine konkurrenzfähige Schifffahrt nicht zu. Das 250 Millionen Euro teure Projekt wird absehbar eine gigantische Fehlinvestition und schadet zudem der Elbe.“

Das Wasser der deutschen Elbe reiche nicht aus, der tschechischen Binnenschifffahrt den erwünschten Entwicklungsschub zu ermöglichen. Aus diesem Grund sei auch in Deutschland der Gütertransport auf der Elbe auf ein historisches Tief gefallen. Die Millionen Euro, die jedes Jahr für die Wasserstraße Elbe und deren Häfen ausgegeben werden, konnten diesen Trend weder auffangen oder gar umkehren.

„Die Fahrbedingungen werden sich auf dem Weg nach Hamburg kaum verbessern, da in Deutschland ein Staustufenbau aus ökologischen und volkswirtschaftlichen Gründen ausgeschlossen wird“, erklärt Brunar. „Die Bundesregierung muss endlich auf offiziellen Weg Tschechien und den Hauptgeldgeber EU über die realen Fahrverhältnisse der Elbe aufklären!“

Hintergründe und Grafiken finden Sie in unserer aktuellen Zusammenstellung im Anhang.

Rückfragen:
Iris Brunar, 0178-163 0204
Enst Paul Dörfler, 0178 16 17 800

Beitragsfoto: Ernst Paul Dörfler | Decin Schloss
www.elbeinsel.de

Erklärung zur Zukunft der Elbe

Erklärung zur Zukunft der Elbe

8. Elbekirchentag in Dessau-Roßlau am 12.9.2015 | Erklärung zur Zukunft der Elbe

Die Teilnehmenden des 8. Elbe-Kirchentages erklären:
Zur Zukunft der Elbe
Wir sehen uns gemeinsam in der Verantwortung, Zukunftsperspektiven für Mensch und Natur entlang der Elbe zu wahren, denn die Schöpfung ist dem Menschen anvertraut, sie zu bewahren und zu gestalten (1.Mose 1). Die Elbe als letzter noch relativ naturnaher und über 600 Kilometer frei fließender Fluss in Deutschland mit ihren einzigartigen Auenlandschaften steht beispielhaft für ein Miteinander von Natur- und Kulturlandschaft. Hier haben jahrhundertelang Menschen natürliche Lebensräume mitgestaltet und zugleich Artenvielfalt bewahrt. Doch die Elbe und ihre Auen und damit ein unwiederbringlicher Teil der Schöpfung sind gefährdet.
Zu den Baumaßnahmen an der Elbe
Seit über 20 Jahren liegt der Schwerpunkt bei Investitionen auf der Funktion der Elbe als Wasserstraße. Wir stellen fest, dass trotz enormer Anstrengungen (Baumaßnahmen wie Schotterungen und Buhnenvorschüttungen) immer weniger Güter auf der Elbe transportiert werden. Statt der prognostizierten 12 Mio. Tonnen pro Jahr wurde 2014 mit 0,4 Mio. Tonnen nur ein Bruchteil der vorhergesagten Menge transportiert. Der Fluss ist immer häufiger von extremen Niedrigwasserständen geprägt, die einen planbaren Gütertransport unmöglich machen. Wir fordern, dass dieser Entwicklung Rechnung getragen wird. Das fehlende Wasser kann weder herbeigebaut noch herbeigebaggert werden. In den vergangenen Jahren ist deutlich geworden: Es kann keine bestimmte Fahrrinnentiefe für die Zukunft zugesagt werden.
Zu der Erosion der Flusssohle
Die bislang als Reparaturen deklarierten Baumaßnahmen an der Elbe lehnen wir als unzeitgemäße Eingriffe in das System Fluss-Aue ab. Das Regelungssystem bedarf einer grundsätzlichen Überprüfung, da die ökologischen Schäden groß sind und ein wirtschaftlicher Nutzen nicht erkennbar ist. Die Elbe wird durch die künstliche Einengung und Begradigung weiter vertieft, ohne Vorteile für die Schifffahrt zu bringen. Mit dieser schädlichen Sohlerosion und Flussbettvertiefung wird der Fluss immer weiter von der Aue entkoppelt. In der Folge sinkt der Grundwasserspiegel ab – der Wasserlandschaft fehlt zunehmend das Wasser. Die Folgen für unsere Region sind sichtbar negativ:
Die unnatürliche Vertiefung verstärkt zusätzlich die Auswirkungen der immer häufigeren lang anhaltenden Trockenphasen. Mit großer Sorge sehen wir in diesem Sommer, wie dem UNESCO Welterbe Dessau-Wörlitzer Gartenreich der Wasserspiegel des Sees in den „Wörlitzer Anlagen“ über 50 cm gesunken ist. Die Zuflüsse führten kein Wasser mehr.
Die Auen- und Parklandschaften sind von Austrocknung bedroht. Die Tiefenerosion der Elbe muss schnellstens gestoppt werden. Der Rückbau von flußbaulichen Anlagen, die diesen sich selbst beschleunigenden Prozess verstärken, muss zeitnah vorangetrieben werden.
Zum Hochwasserschutz
Priorität im Einsatz von öffentlichen Mitteln muss neben der zeitnahen Fortführung der Ertüchtigung der Deiche die Planung und Durchführung des vorbeugenden Hochwasserschutz erhalten. Dazu sind geeignete ehemalige Auen in natürliche Überflutungsflächen umzuwandeln, um die Hochwasserstände zu senken.
Zu weiteren Ausbauplanungen
Wir erwarten von der Bundesregierung die Zurückweisung der Forderungen Tschechiens nach einer weiteren Vertiefung der Elbe. Der Bau der geplanten Elbe-Staustufen bei Decin unmittelbar hinter der deutsch-tschechischen Grenze wäre keine Verbesserung für die Güterschifffahrt bis nach Hamburg. Ebenso klar abzulehnen ist der Bau eines Elbe-Saale-Kanals. Dieser Kanalbau wäre eine absehbare Fehlinvestition. Es ist eine Illusion zu glauben, dass mit diesem Kanal auf der Saale Schifffahrt stattfinden würde. Das Projekt gehört deshalb nicht in den neuen Bundesverkehrswegeplan.
Wir hinterfragen die ökonomische Notwendigkeit eines Ausbaus der Unterelbe. Eine weitere Vertiefung wird den immer größeren Schiffen die Tide-unabhängige Fahrt nicht ermöglichen. Dagegen stehen zudem die negativen Folgen für das Ökosystem wie auch für die Sicherheit der Deiche. Wir fordern stattdessen den Bund und die beteiligten Länder auf, ein übergreifendes Hafenkonzept vorzulegen und sich auf eine sinnvolle Arbeitsteilung der großen Seehäfen zu einigen. So können vorhandene Kapazitäten ausgeschöpft werden.
Zur Entwicklung eines Elbe-Gesamtkonzepts mit Beteiligung der Öffentlichkeit
Wir begrüßen die Bemühungen für ein Elbe-Gesamtkonzept durch den Bund und die Länder. Wir sind der Überzeugung, dass ein tragfähiges Zukunftskonzept, das sich mit der Elbe über ihre Funktion als Wasserstraße hinaus als Naturraum befasst, nur durch Beteiligung aller Betroffener erfolgreich entwickelt werden kann. Dazu ist ein ergebnisoffener und transparenter Prozess notwendig, an dem wir uns aktiv einbringen wollen.
Unser Anliegen ist es, eine Wiedergutmachung der seit Jahrzehnten anhaltenden Fehlentwicklungen zu fordern. Ein Umsteuern an der Elbe erscheint uns dringend geboten.

UNESCO-Weltkulturerbe in Gefahr. Auenschutz erfordert ein Ende der Elbvertiefungen

UNESCO-Weltkulturerbe in Gefahr. Auenschutz erfordert ein Ende der Elbvertiefungen

12.9.2015 | Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland

Dessau: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat anlässlich des diesjährigen Elbe-Kirchentages einen besseren Schutz der Elbauen gefordert. „Das UNESCO-Welterbe entlang der Elbauen ist vor allem durch die Sohleerosion und die dadurch beschleunigte Austrocknung gefährdet“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger in Dessau.

„Entlang vieler Elbabschnitte waren die Auen in diesem Jahr braun statt grün. Das ist ein Alarmsignal. Besonders in Zeiten des Klimawandels benötigen die Auen zum Überleben ausreichend Wasser. Statt weiter den Bau eines überflüssigen Saale-Elbe-Kanals zu fördern, muss die Landesregierung Sachsen-Anhalt endlich die nötigen Mittel für den Schutz der Auen bereitstellen und die schädliche Flussvertiefung stoppen.“

Um die Schiffbarkeit des Flusses zu verbessern, wurden die Ufer an vielen Stellen geschottert und begradigt. Mehrere Tausend Buhnen sollen den Strom in sein Bett zwingen. Die künstliche Einengung des Flusses hat gravierende Folgen für den Zustand der Elbe, sie wird immer schneller und trägt ihr Sandbett fort. Die Sohle wird tiefer und tiefer, jedes Jahr um mehrere Zentimeter. Sinkt das Flussbett, fällt auch der Wasserspiegel im Fluss und in den Auen. Auf diese Weise trocknen die Auwälder des UNESCO-Welterbes Dessau-Wörlitzer Gartenreich weiter aus, ebenso wie zahlreiche Feuchtwiesen und Kleingewässer.

„Das europäische Naturerbe an der Elbe, eingerichtet durch das Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000, ist in akuter Gefahr“, so Weiger. „Es ist unverantwortlich, diese Tatsache weiter zu ignorieren, wie es die Regierungsparteien in Sachsen-Anhalt tun. Auch dem Steuerzahler ist es nicht länger vermittelbar, dass sein Geld in überflüssige Maßnahmen gesteckt wird, die das Kulturerbe in der Region aufs Spiel setzen“, sagte der BUND-Vorsitzende.

„Zu lange wurde an dem Glauben festgehalten, dass sich aus der Elbe eine ganzjährig befahrbare Wasserstraße machen lässt. Dies ist gründlich gescheitert. Mehrere hundert Millionen Euro wurden in den letzten 20 Jahren in die Häfen und die Wasserstraßen Elbe und Saale gesteckt. Die Elbe ist als Wasserstraße passé. Ein Verkehrsträger ohne Verlässlichkeit ist sinnlos. Für die Elbe brauchen wir andere Zukunftsvisionen als sie die Bundesregierung und das Land derzeit mit utopischen Fahrrinnentiefen und der Fixierung auf die Güterschifffahrt verfolgen“, sagte Weiger.

Der naturnahe Charakter der Flusslandschaft Elbe müsse erhalten und gestärkt werden. Die Schifffahrt müsse sich den Bedingungen der Elbe anpassen und nicht umgekehrt, forderte der BUND-Vorsitzende.

Hubert Weiger dankt ausdrücklich Kirchenpräsident Joachim Liebig als Vertreter der Evangelischen Landeskirche Anhalts für das seit 20 Jahren anhaltende Engagement für die Bewahrung der Schöpfung, das sich ganz besonders an der Elbe gezeigt hat.

Pressekontakt: Iris Brunar, Sprecherin des BUND-Elbeprojekts, mobil: 0178-1630204, i.brunar@gmx.de Magnus Wessel, BUND-Gewässerexperte, mobil: 0160-93721830, Magnus.Wessel@bund.net

BUND fordert Stopp der tschechischen Staustufenplanung und die Verlagerung von Gütertransporten von der Elbe auf die Schiene

BUND fordert Stopp der tschechischen Staustufenplanung und die Verlagerung von Gütertransporten von der Elbe auf die Schiene

11.9.2015 | Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland

Nach monatelangem Niedrigwasser an der Elbe fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) eine Kehrtwende in der Elbe-Politik.

„Das Monate währende Niedrigwasser der Elbe hat den Schiffsverkehr lahm gelegt und zeigt einmal mehr: Die Vorstellung eines logistisch sicheren und planbaren Güterverkehrs auf der Elbe hat sich erneut als Chimäre erwiesen. Die sächsische Landesregierung und der Bund müssen sich endlich darauf einstellen und ihre Verkehrspolitik neu ausrichten“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. „Bereits im Jahr 2014 hat die Güterschifffahrt den Betrieb eingestellt, weil der Elbe schlicht das Wasser fehlte. In der Elbe-Politik steht eine Kehrtwende an. Das gebieten allein schon der Klimawandel und die daraus bei Trockenheit resultierenden Niedrigwasserstände.“

Trotz umfangreicher baulicher Maßnahmen sei das offizielle Wassertiefen-Ziel für die Elbe-Strecke zwischen Dresden und Hamburg nicht ganzjährig zu halten, bestätigt auch das Bundesverkehrsministerium. Zwischen Mai und September lagen die Fahrrinnentiefen an der Elbe teilweise unter einem Meter und unterschritten damit deutlich den angestrebten Wert von 1,60 Meter.

Gegenüber dem BUND hat das Kanzleramt zudem erstmals bestätigt, dass es keine garantierte Fahrrinnentiefe auf der Elbe geben muss. Die Bundesregierung erkennt außerdem an, dass ihr Tiefen-Ziel trotz umfänglicher baulicher Anstrengungen der letzten Jahrzehnte nicht herstellbar war. Gleiches gilt auch für die Pläne Tschechiens zum Ausbau der Elbe: Die deutsch-tschechische Absichtserklärung von 2006, für den deutschen Abschnitt der Elbe eine Fahrrinnentiefe von 1,60 Meter herzustellen, ist überholt.

„Wir begrüßen, dass die Bundesregierung die Realität anerkennt und die Absichtserklärung mit Tschechien überdenkt. Da für den deutschen Elbeabschnitt trotz der verschärften Unterhaltungsmaßnahmen das Wassertiefen-Ziel von 1,60 Meter zwischen 2004 und 2013 im Schnitt an 345 Tagen im Jahr um etwa einen halben Meter verfehlt wurde, ist es anachronistisch, dass Tschechien weiter Staustufen plant“, sagte Weiger.

Eine erhebliche Zunahme des Güterverkehrs auf der Elbe sei auch in Zukunft nicht zu erwarten. Prognosen des Bundesverkehrsministeriums für das Jahr 2030 sagen für die meisten ostdeutschen Bundesländer keinen oder nur einen marginalen Zuwachs im Güterverkehr voraus. Ein Grund, dass die Elbe-Schifffahrt zur Bewältigung künftiger Güterströme beitragen muss, ist damit nicht gegeben. Stattdessen fordert der BUND die Verlagerung von Gütertransporten auf die Schiene.

„Ich appelliere an Ministerpräsident Stanislaw Tillich, sich an den Koalitionsvertrag zu halten, der einen Ausbau der Elbe wie auch eine weitere Vertiefung ablehnt“, so Lars Stratmann, stellvertretender Landesvorsitzender des BUND und Gewässerexperte. „Die sächsischen Häfen sind als Güterverkehrszentren inzwischen größtenteils unabhängig vom Fluss. Weitere Ausbaumaßnahmen, seien es Staustufen oder Ausbaggerungen der Fahrrinne, verstoßen ohnehin gegen das Verschlechterungsverbot der europäischen Wasserrahmenrichtlinie und sind zu unterlassen. Ein Urteil des europäischen Gerichtshofes hat dies erst vor kurzem bestätigt“, erklärte Stratmann.

Der naturnahe Charakter der Flusslandschaft Elbe müsse erhalten bleiben und gestärkt werden. Dies werde nur gelingen, wenn sich der Umgang mit dem Fluss ändere. „Die Schifffahrt muss sich den Bedingungen an der Elbe anpassen und nicht umgekehrt“, so Stratmann.

Pressekontakt: Lars Stratmann, stellv. Landesvorsitzender des BUND Sachsen, Mobil: 0151 5487 9387

„Die Elbe im Fluss“

„Die Elbe im Fluss“

Dessau-Roßlau, 19. August 2015 | Evangelische Landeskirche Anhalts

Achter Elbekirchentag am 12. September in Dessau-Roßlau

Der traditionsreiche Elbekirchentag findet in diesem Jahr erstmals in Dessau statt. Zur achten Auflage am Sonnabend, 12. September, laden die Gemeinden der Dessauer „Region an der Elbe“ ein, unterstützt durch die Evangelische Landeskirche Anhalts, das Bistum Magdeburg, die Evangelische Akademie Wittenberg, die Stadt Dessau-Roßlau und Bürgerinitiativen. Stattfinden wird der Elbekirchentag rund um das Kornhaus. Die erste Auflage hatte 2008 in Coswig (Anhalt) stattgefunden.

Die Evangelische Landeskirche Anhalts engagiert sich seit über zwei Jahrzehnten für den Schutz der Elbe. Ihr Anliegen ist es, zwischen unterschiedlichen Interessen etwa von Wirtschaft, Tourismus und Naturschutz zu vermitteln und den verschiedenen Standpunkten Gehör zu verschaffen. Dazu sollen die Elbekirchentage beitragen. Bei vielen Menschen der Region ist das Anliegen, die Elbe als Fluss und Teil der Schöpfung zu sehen und nicht auf eine Wasserstraße zu reduzieren, tief im Bewusstsein verankert.

Der 8. Elbekirchentag wird an der Traditionsgaststätte „Kornhaus“, die direkt an der Elbe liegt, mit einer Podiumsdiskussion eröffnet. Teilnehmer sind Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Joachim Liebig, Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Steffi Lemke, Bundestagsabgeordnete für Bündnis 90/Die Grünen und Kees de Vries, Bundestagsabgeordneter für die CDU. Sie werden über die Zukunft der Elbe und einen neuen Umgang mit dem Fluss diskutieren. Die Moderation übernimmt Dagmar Röse vom Mitteldeutschen Rundfunk. Am Nachmittag sollen mit geführten Wanderungen die Elbauen erkundet werden, um die Besonderheiten dieser schützenswerten Kulturlandschaft unmittelbar zu entdecken. Allen Besuchern aus den Elbegemeinden, den Bürgerinitiativen und den Verbänden von Dresden bis Cuxhaven wird nach dem Kaffee auf der großen Wiese an der Christuskirche die Möglichkeit zum Austausch an verschiedenen Thementischen geboten. Mit einem ökumenischen Elbegottesdienst wird der Tag abgeschlossen.

Für Interessenten werden am Sonntag, 13. September, Ausflüge zu besonderen Orten in den landschaftlich und touristisch einmaligen UNESCO-Welterbestätten angeboten: dem Dessau-Wörlitzer Gartenreich und dem Biosphärenreservat Mittlere Elbe.

www.elbekirchentag.de

Johannes Killyen Evangelische Landeskirche Anhalts – Pressestelle | Tel. 0340 2526-101 – | presse@kircheanhalt.de

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