„Eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung finden“

„Eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung finden“

30. September 2011 | Pressemitteilung 118-11

Kirchenpräsident Joachim Liebig zur Diskussion um die Schiffbarkeit der Elbe

Der anhaltische Kirchenpräsident hat Äußerungen im Rahmen der „KEO-Binnenschifffahrtskonferenz“ zur Schiffbarkeit der Elbe kritisiert: „Wie auch die Vertreter der zuständigen Bundesämter betonen, können bestimmte Bedingungen der Schifffahrt angesichts der Schwankungen der Wassermenge in der Elbe nicht sichergestellt werden. Die dafür notwendigen Eingriffe würden im klaren Widerspruch zum erklärten politischen Willen stehen, bei der weiteren Entwicklung des Elbegebietes die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten und den natürlichen Zustand der Elbe zu verbessern. Aussichtsreiche Ansätze, die maßgeblich durch die Mitarbeitenden der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost entwickelt worden sind, zeigen, wie auch bei Anerkennung der naturgegebenen Rahmenbedingungen die Schiffbarkeit der Elbe gefördert werden kann (Beispiel: Solstabilisierungskonzept).

Die Forderungen nach Garantien für die Elbeschifffahrt dienen dem Konsens zwischen den Interessengruppen an der Elbe nicht. Nach einer Initiative der elbanliegenden evangelischen Landeskirchen hat auch die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland gefordert, ein Gesamtkonzept für die Elbe zu erarbeiten, das die verschiedenen Interessen ausgewogen aufnimmt.

Die einseitige Forderung nach garantierten Bedingungen der Schiffbarkeit der Elbe ist insofern wirtschaftsfeindlich, als sie die spezifischen Besonderheiten der Elberegion missachtet. Die Elbe ist, anders als der Rhein, nicht als Binnenwasserstraße im eigentlichen Sinne zu begreifen. Vielmehr ist es die weitgehend naturbelassene Elbelandschaft, die mit dem Tourismus und anderen Nutzungsformen wirtschaftliche Perspektiven bietet. Selbstverständlich ist die Elbe immer auch ein Transportweg gewesen. Den speziellen Bedingungen angepasste Schiffe zu bauen, wäre eine weitere wirtschaftliche Perspektive für regionale Werften, für den Binnenhafen in Halle und den Güterverkehr in die Tschechische Republik. Die technischen Voraussetzungen dafür liegen vor und lassen sogar Exportchancen vermuten.

Wir raten dringend, an dem Plan einer umfangreichen Gesprächsrunde im Jahr 2012 zu der Thematik festzuhalten, um gemeinsam eine für alle Beteiligten akzeptable Lösungen zu finden. Mit der Erfahrung von zwei Elbesymposien in den vergangenen Jahren steht die Evangelische Landeskirche Anhalts als Moderatorin dieses Gesprächsprozesses zur Verfügung. Es besteht die berechtigte Hoffnung, auf diese Weise einen dauerhaften Konsens zu finden.“

Johannes Killyen
Evangelische Landeskirche Anhalts
Pressestelle


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