BUND fordert mehr Realitätssinn in Elbe-Saale-Debatte

BUND fordert mehr Realitätssinn in Elbe-Saale-Debatte

4.10.2011 | BUND-Presseinformation

Anlässlich der heutigen Saalekonferenz  fordert der BUND mehr Realitätssinn in der Debatte um Saale und Elbe.

„Angesichts eines gigantischen Schuldenberges ist es unvermeidbar , Großprojekte, wie den geplanten Bau des 10Km langen und 100-150 Mio. Euro teuren Elbe-Saale-Kanals einer seriösen Prüfung zu unterziehen“, erklärt Ernst Paul Dörfler vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

„Die durch diesen Kanalbau prophezeite Verlagerung Gütertransporten in einem Umfang von 2-3 Millionen Tonnen im Jahr von der Straße auf die Wasserstraße ist im höchsten Maße fragwürdig. Das beste Beispiel verfehlter Prognosen ist die Trogbrücke über die Elbe (Wasserstraßenkreuz Magdeburg). Geplant waren anfänglich im Ost-West-Verkehr 20 Millionen Tonnen im Jahr. Fast ein Jahrzehnt nach der Einweihung der Trogbrücke liegen die Transportmengen unter 3 Millionen Tonnen im Jahr. Dabei könnten die Bedingungen für Europaschiffe nicht besser  sein: An 365 Tagen im Jahr kann mit voller Ladung ( über 1300 Tonnen) zwischen Mittellandkanal und Elbe-Havel-Kanal   gearbeitet werden. Im Elbe-Saale-Verkehr muss sich jedoch die Schifffahrt  auch nach einem Kanalbau mit den stark schwankenden und unberechenbaren Wasserständen der Elbe abfinden: Die meiste Zeit des Jahres können wegen zu niedriger Wasserstände die Schiffe nur halb beladen werden. In Trockenjahren ist über viele Monate ein Verkehr ganz und gar unmöglich. Damit sind Massenguttransporte nicht planbar Unter diesen Umständen wird es keine Verkehrsverlagerung vom Land auf das Wasser geben“, so Dörfler.

Der BUND vertritt die Überzeugung, dass die wahren Potentiale von Elbe und Saale nicht im Wasserstraßenausbau, sondern eindeutig im naturverträglichen  Flusstourismus  liegen. Während der Güterverkehr auf Elbe und Saale  seit  20 Jahren rückläufig ist, nimmt die Attraktivität unserer Flusslandschaft im für den Tourismus deutlich zu. Der Güterverkehr findet auf dem Schienennetz ausreichend freie Kapazitäten vor.


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